Geschichte

Gründung

sngergruppe.jpgDie Berliner Domkantorei wurde nach dem Mauerbau 1961 von Kantor Herbert Hildebrandt gegründet, der damals vorübergehend am Berliner Dom tätig war. Seine vorherige Wirkungsstätte, die Versöhnungskirche, stand direkt auf dem Mauerstreifen in der Berliner Bernauer Straße. Sie durfte vom August 1961 an nicht mehr genutzt werden und wurde später von DDR-Grenztruppen gesprengt.

Mit etwa 35 Sängern fand am 16.10.1961 die erste Chorprobe statt. Die im Ostteil der Stadt verbliebenen Sängerinnen und Sänger der Versöhnungskantorei und weitere, durch die Mauer ebenfalls heimatlos gewordene Chorsänger, bildeten den Grundstock eines neuen Kirchenchores, der Berliner Domkantorei.

 

Aufbau

Nachdem Herbert Hildebrandt eine neue, hauptamtliche Kantorenstelle an der Bartholomäuskirche angetreten hatte, führte er den ständig wachsenden Chor jahrelang ehrenamtlich. Erst nach gut 20 Jahren wurde er am 1.April 1983 am Berliner Dom als Domkantor angestellt.


domkantorei_probe.jpgVon Anfang an trat als prägendes Moment zu den wöchentlichen Proben die Wochenendarbeit. Auf diese Weise ließ sich ein größeres Pensum bewältigen, der Zusammenhalt der Chormitglieder wuchs und mündete in jahrzehntelange treue Freundschaften.


Kirchenchöre waren zu DDR-Zeiten Refugien für offene Gedanken und Worte, ein Gegengewicht und eine geistige Heimat im atheistischen Staat. Wie viele Kirchenchöre durfte auch die Domkantorei damals kaum öffentlich werben und lange Zeit keine Eintrittskarten verkaufen. Nur die Kollekte diente – auch bei großen Konzerten – dazu, die Unkosten für Solisten und Orchester zu begleichen.


Bis zur Wiedereinweihung des im Krieg zerstörten Berliner Doms im Jahre 1993 sang die Berliner Domkantorei in verschiedenen Kirchen Berlins: in der Bartholomäuskirche, der Sophienkirche, der Zionskirche, der Marienkirche und in der Gethsemanekirche. Am 5. April 1990 wirkte der Chor dort in einem Gottesdienst für die erste frei gewählte Volkskammer der DDR mit. Im Sommer 2003 schied Herbert Hildebrandt altersbedingt aus dem Amt. Seine Nachfolge als Domkantor trat Tobias Brommann an.

 

Der Hörer- und Förderkreis

Durch Werbung des Chores im Freundes- und Bekanntenkreis entstand über die Jahre der „Hörerkreis“ der Domkantorei, der durch Konzertbesuche und Spenden die Arbeit der Domkantorei mittrug und mitträgt.

Viele Freunde sind heute noch Mitglieder im Verein Förderkreis der Berliner Domkantorei e.V., der auch diese Internet-Seite herausgibt.

 

Die Arbeit der Berliner Domkantorei

maria.jpgDie Kantorei hat etwa 180 Mitglieder aus allen Berufsgruppen. Die große Sängerschar machte im Laufe der Jahre eine Strukturierung in kleinere Besetzungen für verschiedene Projekte notwendig.

Wesentlich für den Zusammenhalt des Chores waren und sind die regelmäßigen Probenwochenenden in der Umgebung Berlins, daneben die Chorfahrten (nach Israel, Siebenbürgen, Schweden, Litauen, in das Gebiet um Königsberg/Kaliningrad).

 

Stand März 2016